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Messungen an EMS
An insgesamt drei Prototyp-Gehäusen aus EMS-Material wurden Messungen vorgenommen:
 
 
Gehäuse 1

 
Einschubgehäuse, bestehend aus Seitenwänden, Boden und Deckel; Abmessungen: 460 x 345 x 370 mm. Aufgebaut aus Einzelplatten, verbunden durch Alu-Strangguss-Profile. Wandstärke EMS: 16 mm.
In dieses Einschubgehäuse wurden zwei Linearverstärker eingeschraubt, die selbst U-förmige Trägerprofile besitzen. Dadurch entstand ein allseits geschlossenes, aber nicht HF-dichtes Gehäuse.
Die Linearverstärker wurden vorher im Vergleich in verschraubten Alugehäusen (Standardbauweise, Wandstärke 1 mm) gemessen.
  1. Sinad 20Hz - 50 kHz vorher: -78 dB, nach Einbau in EMS-Gehäuse: -88,4 dB
  2. Induzierte Netzstörungen (50 Hz und Harmonische) vorher: -65 dB, nach Einbau in EMS-Gehäuse -72 dB
  3. Es wurde eine geringere Empfindlichkeit gegen Mikrophonie festgestellt, aber nicht messtechnisch genau erfasst.
   
Gehäuse 2

 
Allseits geschlossenes Gehäuse, aufgebaut aus Einzelplatten, verbunden durch Alu-Strangguss-Profile.
Wandstärke EMS: 16 mm. Abmessungen: 485 x 225 x 425 mm.
In das Gehäuse wurden Bedienelemente, Buchsen und Anzeige-LEDs eingebracht. Diese Elemente wurden soweit wie möglich zusätzlich geschirmt.
In dieses Gehäuse wurde ein komplexer D/A-Konverter eingebaut, der bedingt durch den Aufbau und die eingesetzten Taktfrequenzen ein Störspektrum im Bereich von ca. 20-800 MHz erzeugt. Die höchste gemessene Amplitude betrug -62 dBm bei 875 MHz.
Nach Einbau in das Gehäuse lagen sämtliche emittierten Störungen unterhalb unserer Messgrenze von -138 dBm.
Eine von außen auf das Gehäuse gerichtete Störstrahlung von 200 V/m im Bereich von 10 MHz - 1 GHz führte zu keinerlei Störung des Betriebes oder des ausgegeben Analogsignals.
   
Gehäuse 3
 
Würfel bis auf Deckel allseitig verschweißt. Für Deckel 45°- Phase, Deckel ebenfalls mit 45° angeschrägt. Diese Verbindungskante wurde mit einer HF- Dichtung versehen. Mittig im Deckel befindet sich eine "N" auf "SMA" Flanschbuchse. An dieser Buchse wurde eine breitbandige Messantenne angeschraubt. Der Deckel wurde dann fest auf das Gehäuse montiert.  
   
Messung 1
 
  1. Messantenne auf Deckel montiert, 1 m Abstand von Sendeantenne.
    Sendelevel: 0 dBm (obere Kurve) Frequenzbereich 100 MHz- 1 Ghz
  2. Messantenne im Gehäuse, Gehäuse geschlossen. Sendelevel 43 dBm.
    Es ist nötig, zum Abstand der beiden Kurven 43 dB zu addieren.
Damit ist eine minimale Dämpfung von über 100 dB gegeben, normalerweise aber mindestens 120 dB. Ein gleichgroßes verschraubtes Alugehäuse hatte Dämpfungswerte beim identischen Aufbau, die um mindestens 30 dB schlechter waren.
   
Messung 2

 
Die obere Kurve zeigt nach wie vor die Freifeldmessung der Antenne. Die untere Kurve ist mit verringertem Span beim höchsten Spike gemessen. Zusätzlich wurde noch ein Vorverstärker mit 15 dB Gain hinzugeschaltet.
Dies ergibt eine Dämpfung von: 52,8 dB + Verstärkerleistung 43 dB + Vorverstärker 15 dB = 110,8 dB. Wenn in Betracht gezogen wird, dass dies der höchste Spike war, so ist dies im Vergleich zum verschraubten Alugehäuse mit einer Dämpfung von insgesamt nur 51,7 dB beim höchsten Spike als ausgezeichnet zu betrachten!
   
Messung 3

 
Hier wurde das Gehäuse mit Messantenne mit einer erhöhten Leistung von + 53 dBm bestrahlt. Durch die höhere Leistung und die schmalbandige Messung ist die Dämpfung so genauer zu messen. Es ergibt sich in diesem Fall eine Dämpfung von 133,76 dB
Zurzeit wird dieses Prototypengehäuse bei der Siemens-Zentralkalibrierstelle zur Abschirmung von großen Stromwandlern getestet.
Die Messergebnisse hierzu liegen noch nicht vor.